Allgäu - Schützt den Grünten!

Das Bild einer schönen Landschaft, die Stille der Einsamkeit in natürlicher Umgebung

enthalten das köstliche Gut, dessen die moderne Welt dringend bedarf.

 

Jean Jacques Rousseau (1712-1778)

Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist

Aufnahmezeit: Mai 2021

Externer Link zum Bayernatlas: Landschaftsschutzgebiete

Landschaftsschutzgebiet (LSG) "Grünten"

Im Zusammenhang mit dem LSG "Grünten" ist mir u. a. folgendes besonders wichtig:

  • Die Erhaltung und Entwicklung von Landschaft und Natur liegt mir sehr am Herzen.
  • Landschaft, Natur und Umwelt brauchen unseren Schutz.
  • Die natürlichen Lebens­grundlagen sollen erhalten bleiben.
  • Boden, Luft und Wasser sowie Pflanzen, Tiere und deren Lebensräume müssen auf Dauer geschützt werden, damit auch zukünftige Generationen sie noch erleben und genießen können.
  • Zum Schutz von Landschaft, Natur und Umwelt gibt es konkrete Rechtsvorschriften.
  • Dafür zuständig ist vorrangig das Landratsamt (hier: Oberallgäu), u. a. als Untere Naturschutzbehörde.
  • Landschaft und Natur dienen als Lebensgrundlage für die Menschen und sollen als Voraussetzung für ihre Erholung gesichert werden.
  • Das umfangreiche Aufgabengebiet des Arten-, Landschafts- und Naturschutzes soll die Artenvielfalt der heimischen Pflanzen- und Tierwelt bewahren und die Schönheit dieser abwechslungsreichen Landschaft (hier: Allgäu) erhalten.
  • Die vielfältigen Naturräume mit sehr hoher Biotopausstattung sollen für die nachfolgenden Generationen, vor allem aber als Lebensraum für gefährdete Pflanzen und Tiere, erhalten werden.
  • Das Bayerische Naturschutzgesetz sieht u. a. folgende Schutzgebiete vor:
    • Landschaftsschutzgebiete
      • Größere Landschaftsräume, deren Charakter und Erholungswert sowie Naturhaushalt erhalten und wo nötig entwickelt und Schäden verhindert oder behoben werden sollen.
  • Landschaftsschutzgebiete sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Landschaft und Natur erforderlich ist
    • zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Funktions- und Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts oder der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter,
      • einschließlich des Schutzes von Lebensräumen und Lebensstätten bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten,
    • wegen der Eigenart, Schönheit und Vielfalt oder der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Landschaft oder
    • wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung.
  • Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Grünten, Großer Wald, Deutsche Alpenstraße und Wertachtal" vom 26. Juli 1972

    • In diesem Schutzgebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Landschaft zu verunstalten, die Natur zu schädigen oder den Naturgenuss zu beeinträchtigen.

    • Für bestimmte Vorhaben innerhalb des Schutzgebietes wird eine gesonderte Erlaubnis des Landratsamtes (hier: Oberallgäu) als Untere Naturschutzbehörde benötigt.

    • Einer solchen Erlaubnis bedarf unter anderem, wer bauliche Anlagen jeglicher Art ändert oder errichtet, landschaftsprägende Elemente wie Bäume, Findlinge oder Felsbrocken, Gehölze oder Sträucher beseitigt oder Rundfunk- bzw. Tonwiedergabegeräte so laut spielen lässt, dass andere gestört oder Tiere beunruhigt werden können.

Zur Bedeutung der Landschaftsschutzgebiete:

https://www.lfu.bayern.de/natur/schutzgebiete/landschaftsschutzgebiete/index.htm

Alpenbiotopkartierung

Vor einigen Jahren wurde im Süden Bayerns eine Alpenbiotopkartierung durchgeführt. Auch im gesamten Gebiet um den Grünten gibt es zahlreiche, kartierte Alpenbiotope.

Die Landschaftsschutzgebietsverordnung "Grünten" vom 26. Juli 1972 soll u. a. den Schutz all dieser Alpenbiotope garantieren:

So gilt: Nicht die Kartierung, sondern die Natur macht eine Fläche zum Biotop. Rechtliche Einschränkungen können sich allerdings ergeben aus

  • ...
  • Schutzgebietsverordnungen.

Damit sind die genannten rechtlichen Regelungen unabhängig von der Biotopkartierung wirksam. Eine genaue Erfassung der Biotope hat jedoch den Vorteil, ohne zusätzliche Erhebungen vor Ort feststellen zu können, welche Flächen unter diese Bestimmungen oder Verordnungen fallen.

Auf der Nordseite des Grüntens (zwischen Rettenberg, Kranzegg, Grüntenalpe/-hütte und Übelhorn) verdichten sich die kartierten Alpenbiotope.

 

Externe Links zum Bayernatlas: Alpenbiotopkartierung

FFH-Gebiet "Grünten"

Das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet 8427-301 „Grünten“ wurde in den vergangenen Jahren von Experten kartiert, inventarisiert und bewertet. Die Ergebnisse wurden in einem für Behörden verbindlichen Managementplan zusammengefasst.

Die rechtliche Grundlage zur Ausweisung und Kartierung des Gebietes sowie zur Aufstellung des Managementplans stellt § 32 Abs. 3 Satz 3 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 Flora-Fauna-Habitat Richtlinie (FFHRL) dar.

Der Managementplan des 147 Hektar großen FFH-Gebiets „Grünten“ wurde am 22. November 2018 durch den „Runden Tisch“ öffentlich vorgestellt und diskutiert.

Der Entwurf des Managementplans lag im Zeitraum vom 2. Mai bis 31. Mai 2019 öffentlich aus.

Im Managementplan werden von den beauftragten Gutachtern u. a. "Vorschläge für die Anpassung der Gebietsgrenzen" formuliert.

Im FFH-Gebiet Grünten wurde vorgeschlagen, die Gebietsgrenze nach Nordosten zu erweitern, um wertvolle Vegetationsbestände (oberhalb der Grüntenalpe befinden sich herausragende Kalk-Flachmoore - LRT 7230) in das FFH-Gebiet einzubeziehen.

Der LRT (= Lebensraumtyp) 7230 kommt in einem extensiv beweideten Vegetationsmosaik kleinflächig zwischen 1450m und 1700m auf einem nach Nordost abfallenden Hang oberhalb der Grüntenalpe vor.

Bei den gebietsbezogenen Beeinträchtigungen stellen die beauftragten Gutachter unter „Tourismus“ fest:

Das FFH-Gebiet zählt aufgrund der guten Infrastruktur (Bergbahn, zahlreiche Wanderwege, Skilifte, bewirtschaftete Alphütten) zu einem touristisch stark frequentierten Gebiet sowohl im Sommer als auch im Winter. Zur Sicherung des Erhalts der erfassten LRT und Anhang Arten sowie der weiteren genannten naturschutzfachlich bedeutsamen Arten und Biotope auch im Hinblick auf ihre Qualität ist von einer infrastrukturellen Erweiterung des Gebiets und des engeren Umfelds abzusehen.

 

Externe Links zum Bayernatlas: FFH-Gebiet

 

Externe Links zum Bayernatlas: Alpenbiotopkartierung und FFH-Gebiet

Alpenplan

Er sorgt verbindlich für eine ausgewogene Entwicklung der bayerischen Alpen. Er definiert einerseits Erschließungsräume für Tourismus-, Gewerbeentwicklung und Wohnen und bündelt dort die dafür notwendigen Infrastrukturen. Andererseits bewahrt er unberührte Landschaften für naturnahe Erholung. Als Teil des Landesentwicklungsprogramms teilt er die bayerischen Alpen in drei Zonen (A, B, C) ein.

 

Externer Link zum Landesentwicklungsprogramm Bayern: Alpenplan Blatt 1 (West)

Ein Appell von Reinhold Messner: Rettet die Berge

(Buchempfehlung)

„… das Projekt „Grünten BergWelt“ scheint wieder ein Versuch zu sein, die Berge zu inszenieren. Das Gegenteil sollten wir tun: beruhigen, entschleunigen, die Wildnis schützen.“

Reinhold Messner

Weiterführende Links rund um den Grünten

Was bisher geschah ...

  Interner Link:

Schützt den Grünten!

(bis 31. Dezember 2020)

Streit um den Höllwieslift -

Wird der längste Schlepplift Deutschlands abgerissen?

2000 Meter weit zieht einen der Höllwieslift in Oberstdorf den Osthang des Söllerecks hoch - damit ist er der längste Schlepplift Deutschlands. Allerdings wohl nicht mehr lange: Nach derzeitigem Stand wird Oberstdorfs Traditionslift nach fast 60 Jahren abgerissen. Grund ist auf der einen Seite die geplante Modernisierung des Lifts und auf der anderen eine Grundeigentümerin, die sich dagegen wehrt.

allgäu.tv

8. Januar 2021, 18.00 Uhr

5 Minuten

https://www.allgäu.tv/mediathek/video/streit-um-den-hoellwieslift-wird-der-laengste-schlepplift-deutschlands-abgerissen/

 

Grüne: Gegen Wettrüsten am Berg

Kritik an Förderung der Seilbahn-Betreiber durch Freistaat

Für den Ausbau des schwäbischen Grünten zum Erlebnisberg sind laut Wirtschaftsministerium 22,2 Millionen Euro veranschlagt.

Süddeutsche Zeitung

1. Februar 2021

https://www.sueddeutsche.de/bayern/gruene-gegen-wettruesten-am-berg-1.5192048?fbclid=IwAR1UAwdbcVS9P0frwuoFOfXiHXMY_lncK_4kusiLr05g_y6v2Jya7t0wk6s

 

Neue Grüntenhütte: Unzufriedenheit trotz abgespeckter Pläne

Seit über einem Jahr läuft der Streit über den Ausbau der Erlebniswelt am Grünten. Die Investoren haben nun zumindest ihre Pläne für die neue Grüntenhütte abgespeckt. Die Gegner des Projekts sind trotzdem unzufrieden.

BR24 - Darüber spricht Bayern

9. Februar 2021, 12.28 Uhr

1 Minute

https://www.br.de/nachrichten/bayern/neue-gruentenhuette-unzufriedenheit-trotz-abgespeckter-plaene,SOVASRk

 

Ausgeschneit - Skitourismus in der Krise

Stillstehende Lifte, leere Hänge, verzweifelte Hoteliers und Gondelbetreiber. In Österreich ist die Skisaison 2020/21 wirtschaftlich eine Katastrophe. Ist dieser Winter ein Vorgeschmack auf das, was die Skiorte langfristig erwartet?

Das Erste - Dokus im Ersten

1. März 2021, 22. 50 Uhr

https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/ausgeschneit-100.html

44 Minuten, online bis 1. März 2022

https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/ausgeschneit-video-102.html

 

Presse-Statements von Ministerpräsident Dr. Söder und Bundeskanzler Kurz (11.05.2021) - Bayern

Ausschnitt (ab 16 Minuten 20 Sekunden):

https://www.youtube.com/watch?v=9Wf4-9ubt3o&t=1005s

Ministerpräsident Dr. Söder zur Stärkung des Ökologie-Tourismus (neue Ideen - ökologisch andere Lebensweise - im Tourismus kein Disneyland).

 

Gemeinde Rettenberg: Entscheidungen

 Was bisher geschah ...

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Schützt den Grünten!

(bis 31. Dezember 2020)

Am 15. März 2021 stimmte der Rettenberger Gemeinderat folgendem Tagesordnungspunkt

  • 4. Antrag auf Vorbescheid: Bau eines Jungviehlaufstalles mit Hirtenwohnung

einstimmig zu.

Quelle (Stand: 22. April 2021):

https://www.gemeinde-rettenberg.de/gemeinderat/protokolle/

Mit eMail vom 22. April 2021 habe ich den 1. Bürgermeister der Gemeinde Rettenberg hierzu um folgende Auskünfte entsprechend Art. 39 Bayer. Datenschutzgesetz (BayDSG) gebeten:

  • Liegt das Bauvorhaben innerhalb des LSG "Grünten" und bedarf damit einer Erlaubnis bzw. Befreiung gemäß LSG-VO "Grünten"?
  • Besteht zu einem möglichen Neubau der Grüntenhütte und dem geplanten Bauprojekt "Grünten BergWelt" irgendein Zusammenhang?
  • Ist das Bauvorhaben im weitesten Sinne ein "Ersatzbau" für die bestehenden "Grüntenhütte" (ehemals Grüntenalpe)?
  • Wie weit ist das Bauvorhaben von der bestehenden "Grüntenhütte" entfernt?
  • Sind durch das Bauvorhaben kartierte Alpenbiotope betroffen oder fällt es gar in die Erweiterungsflächen des dortigen FFH-Gebiets 8427-301 "Grünten"?
  • Welche Größe hat das Bauvorhaben (Hirtenwohnung, Jungviehlaufstall)?
  • Sieht die neue "Grüntenalpe" - vorab nur baulich - eine Außen-/Innenbewirtschaftung und Übernachtungsmöglichkeiten vor?
  • Warum wird im Gemeinderatsbeschluss die Ausübung des Räum-/Streudienstes ausdrücklich erwähnt (wo doch im Winter kein Jungvieh mehr im Stall läuft)?
  • Steht das Bauvorhaben im Zusammenhang mit irgendeinem "Winterbetrieb"?

Und folgende Zusatzfrage angefügt:

  • Sind der Bauherr der geplanten, neuen "Grüntenalpe" und der Investor des geplanten Bauvorhabens "Grünten BergWelt" (incl. Neubau der Grüntenhütte) identisch?

Mit eMail vom 5. Mai 2021 hat mir die Gemeinde Rettenberg mitgeteilt, dass sie meinen Fragenkatalog nicht beantwortet.

Am 12. April 2021 fasste der Rettenberger Gemeinderat zu folgendem Tagesordnungspunkt

  • 4. Auftragsvergabe Planungsleistungen: Anschluss der Berghütten Grüntenhütte, Neumayer Hütte, Kammeregg Hütte an die öffentliche Wasserversorgung und Abwasserentsorgung

einen einstimmigen Beschluss.

Der Auftrag umfasst die Leistungsphasen 5 - 7 (Ausführungsplanung, Vorbereitung der Vergabe, "Mitwirkung bei der Vergabe").

 

Quelle (Stand: 18. Mai 2021):

https://www.gemeinde-rettenberg.de/gemeinderat/protokolle/

Am 21. Mai 2021 fand im Haus Oberallgäu in Sonthofen eine öffentliche Gemeinderatssitzung des Rettenberger Gemeinderats statt.

Zu folgenden Tagesordnungspunkten

  • 2. Modernisierung des Ski- und Wandergebietes am Grünten
    • 2.1 Antrag auf Erneuerung der Liftanlagen
    • 2.2 Bauantrag: Neubau eines Parkhauses am Grünten
    • 2.3 Bauantrag: Teilneubau im Rahmen der Erweiterung des bestehenden Gaststätten- und Beherbergungsbetriebes mit Außenbewirtung

wurde ein einstimmiger Beschluss gefasst.

Lediglich beim Tagesordnungspunkt

  • 2.4 Antrag auf Modernisierung und Erweiterung der Beschneiungsanlagen

stimmten die drei Vertreter der Grünen gegen die Erweiterung.

Das neue Projekt: Grünten - Natur.Genuss.Berg

  • Ausgleichsfläche (für das Projekt): Streuobstwiese - nahe des neuen Parkhauses bzw. der neuen Talstation
  • Bergbahntrasse: Neuerschließung (500 m weiter westwärts)
  • Bergstation: Neubau - am bisherigen Standort - größer - dreigeschossig - Bau mit mehreren Flügeln - viel Holz - große Glasfronten - Dächer begrünt - Gastronomie - große Sonnenterrassen - Shops - Räume für die Bergwacht - Ausstellung zum Thema Natur
  • Beschneiungsanlagen: Anpassung, Erweiterung und Modernisierung - für Ski- und Rodelbetrieb (bei milderen Wintern) - Abbau der Beschneiungsschächte im unteren Bereich des Skigebiets (da dort künftig nicht mehr beschneit wird) - 106 neue Beschneiungsschächte weiter oben am Berg - "Wir müssen großflächig beschneien, sonst geht es nicht"
  • Beschneiungsteiche: Neubau (2. Teich) - Fassungsvermögen: 43.600 Kubikmeter Wasser (der bestehende, 1. Teich fasst 13.000 Kubikmeter)
  • Genehmigungsbehörde: Landratsamt Oberallgäu
  • Grüntenhütte: Teilneubau - am selben Standort - bei gleichen Ausmaßen - Küchenbereich (teilweise schon saniert, bleibt stehen) - zum Teil unterkellert - Lager und Zimmer (4-Bett-Zimmer mit insgesamt 32 Betten für Übernachtungen) - Gastronomie - 60 Innensitzplätze - Anbau einer Außenterrasse (150 Sitzplätze)
  • Grundstückseigentümer: Einigung („Die haben wir alle auf unserer Seite“) - Grundstücksfragen geklärt
  • Kunstinstallationen (im Außenbereich)
  • Lifte: die alten Lifte sollen ersetzt werden - Gipfellift, Ideallift, Kinderlift, Schlepplift
  • Mittelstation: Neubau - zweigeschossig - Dächer begrünt
  • Naturschau: neu - Attraktion - Herz der Bergstation - auch als Schlechtwetterangebot - für „pädagogisch wertvolles Erleben und Erkunden“ - „Schau, die für die Allgäuer Natur sensibilisieren soll“ - "Druckentlastung für den Grüntengipfel"
  • Parkhaus: Neubau - vier Etagen - Dächer begrünt - für 312 bzw. 315 Fahrzeuge
  • Parkplatz: Neuanlage - für 135 Fahrzeuge
    • Hinweis: die bisherigen Parkplätze (für etwa 400-450 Fahrzeuge) befinden sich außerhalb des LSG "Grünten" - diese Parkplatzfläche ist im Besitz der Gemeinde Rettenberg - sie könnte dann anderweitig genutzt werden
  • Pistenfläche (beschneit): 24 Hektar (statt wie bisher 11 Hektar)
  • Pistenführung: teilweise neu
  • Projekt (neu): Grünten „Natur.Genuss.Berg“ (in Anlehnung an „BierGenussDorf“) - viele Millionen Euro schwer
  • Rodelbahn (neu): von der Bergstation - ggf. beschneit - bis ins Tal
  • Runder Tisch: schon lange geplant - soll stattfinden
  • Talstation: Neubau (südwestlich der bisherigen Talstation - Dächer begrünt)
  • Umweltverträglichkeitsprüfungen: Beschneiungsanlagen und neue Seilbahn - Vorhaben öffentlich einsehbar - Einwände gegen das Projekt
  • Walderlebnisbahn: ursprünglich vorgesehen - nicht mehr geplant
  • Wandergebiet: Modernisierung - kleine Trampelpfade über die Wiesen werden durch einen befestigten Weg in die Höhe ersetzt - Besucherlenkung
  • Wirtschaftsweg: Neuanlage - durchgängig, von der neuen Talstation zur neuen Bergstation
  • Zehner-Gondelbahn: Neuanlage - 48 Kabinen (für jeweils maximal zehn Personen) - Ganzjahresbetrieb

 

Quellen (21. Mai - 12. Juni 2021):

https://www.br.de/nachrichten/bayern/umstrittene-modernisierung-am-gruenten-wird-konkret,SXz7ov5https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/das-ist-der-plan-wird-so-die-neue-talstation-am-gr%C3%BCnten-aussehen_arid-295300

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/immenstadt/das-ist-der-plan-wird-so-die-neue-talstation-am-gr%C3%BCnten-aussehen_arid-295300

https://www.br.de/nachrichten/bayern/rettenberger-gemeinderat-stimmt-fuer-neues-konzept-am-gruenten,SY6rdschttps://www.allgaeuer-zeitung.dehttps://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/gr%C3%BCnten-projekt-das-sind-die-neuen-pl%C3%A4ne-der-investoren_arid-295369

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/gr%C3%BCnten-oberallg%C3%A4uer-spd-fordert-konzept-f%C3%BCr-nahverkehr-statt-parkhaus_arid-295825

https://www.kreisbote.de/lokales/sonthofen/gruentenbergwelt-gemeinderat-rettenberg-segnet-projekt-der-familie-hagenauer-ab-90738543.html

https://www.kreisbote.de/lokales/sonthofen/gruenten-projekt-spd-oberallgaeu-will-kein-parkhaus-am-gruenten-90788195.html

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/immenstadt/gr%C3%BCnten-projekt-investitionspl%C3%A4ne-bergbahn-wie-geht-es-weiter-aktueller-stand_arid-300202

Nachdem die Gemeinde Rettenberg zu meinen Fragen (Neubau der "Grüntenalpe" - Antrag auf Vorbescheid: Bau eines Jungviehlaufstalles mit Hirtenwohnung) keine Auskünfte erteilt und ein Virtueller Runder Tisch nicht und ein Runder Tisch in Präsenz erst „sobald das wieder möglich ist“ stattfindet, fasse ich meine Überlegungen - zum Teil spekulativ - wie folgt zusammen:

Der ursprüngliche und im Zusammenhang mit dem geplanten Bauprojekt „Grünten BergWelt“ stehende Ersatzbau für die "Grüntenhütte" wird nicht mehr über einen Vorhabenbezogenen Bebauungsplan und eine Änderung des Flächennutzungsplans (jeweils Gemeinde Rettenberg) sowie eine Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung „Grünten“ (Landkreis Oberallgäu) realisiert.

Stattdessen wurde der

Bau eines Jungviehlaufstalles mit Hirtenwohnung („Grüntenalpe“)

und

ein „Bergbahn-Projekt“ am Grünten (Bergbahn und neue Grüntenhütte)

beantragt.

Das bedeutet für mich, dass im Landschaftsschutzgebiet „Grünten“, innerhalb der Zone A des Alpenplans, zwischen kartierten Alpenbiotopen sowie in unmittelbarer Nähe des FFH-Gebiets „Grünten“ und der Zone C des Alpenplans, drei Bauvorhaben (Bergstation, Grüntenalpe und Grüntenhütte) in unmittelbarer Nachbarschaft geplant sind.

Dabei schließe ich nicht mehr aus, dass neben der Bergstation (Neubau) und der Grüntenhütte (Teilneubau) auch die "Grüntenalpe" (Neubau) ganzjährig und gleichzeitig bewirtschaftet werden.

Als Vorbild bzw. zum Vergleich könnte da - bei gleichem Betreiber/Investor - die „Abenteuer Alpe“ und die "Berghütte Bärenfalle" der Alpsee Bergwelt, einem Erlebnisberg zwischen Immenstadt und Oberstaufen, dienen.

Stellt sich mir noch die Frage: Sind der Bauherr der geplanten, neuen "Grüntenalpe" und der Investor des geplanten „Bergbahn-Projekts“ am Grünten (incl. Teilneubau der Grüntenhütte) identisch?

Beim Vergleich der Rettenberger Gemeinderatsbeschlüsse

  • 9. März 2020: Ersatzbau „Grüntenhütte“ im Zusammenhang mit dem geplanten Bauprojekt „Grünten BergWelt“
  • 21. Mai 2021: Bauantrag „Neubau eines Parkhauses am Grünten“ in Verbindung mit der Modernisierung des Ski- und Wandergebietes am Grünten

fiel mir auf, dass im März 2020 - im Gegensatz zum Mai 2021 - im gleichen LSG „Grünten“ mit der gleichen LSG-VO

  • ein Vorhabenbezogener Bebauungsplan
  • eine Änderung des Flächennutzungsplans
  • und eine Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung (LSG-VO) „Grünten“

erforderlich war.

 

Außerdem habe ich festgestellt:

  • Am Beginn des Liftweges im Ortsteil Kranzegg befindet sich - außerhalb des LSG „Grünten“ - ein gemeindlicher Parkplatz für etwa 400-450 Fahrzeuge.
  • Daneben ist - ebenfalls außerhalb des LSG „Grünten“ - die bestehende Talstation der Grüntenlifte.
  • Nach der neuen Planung „Grünten - Natur.Genuss.Berg“ sind - weiter nach Südwesten verlegt und innerhalb des bestehenden LSG „Grünten“ (zwischen kartierten Alpenbiotopen) - folgende, bauliche Maßnahmen
    • Zufahrtsstraße (Neuanlage - vermutlich mit Fahrbahn, Grünstreifen, Fußweg - geschätzte Ausbaulänge: 650 m - geschätzte Fahrbahnbreite: 8 m)
    • Parkplatz (Neuanlage - für 135 Fahrzeuge)
    • Talstation (Neubau - dreigeschossig)
    • Parkhaus (Neubau - vier Etagen - für 315 Fahrzeuge)

vorgesehen.

 

Ich habe mir dabei folgende Fragen gestellt:

  • Ist die „Schau, die für die Allgäuer Natur sensibilisieren soll“ (Bergstation) - neben der Streuobstwiese im Tal - ein weiterer "Ausgleich" für die bevorstehenden, massiven Eingriffe (hier: Zufahrtsstraße, Parkplatz, Talstation und Parkhaus) zwischen kartierten Alpenbiotopen im LSG „Grünten“?
  • Ist es in Zeiten eines akuten Klimawandels noch vertretbar - innerhalb eines LSG, zwischen kartierten Alpenbiotopen - bis zu 450 Fahrzeuge auf einem neuen Parkplatz (135 Fahrzeuge) und in einem neuen Parkhaus (315 Fahrzeuge) zuzulassen?
  • Sollte stattdessen nicht besser der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) gefördert und unterstützt werden?
  • Warum wird der vorhandene, gemeindliche Parkplatz (für etwa 400-450 Fahrzeuge), der sich außerhalb des LSG „Grünten“ befindet, zukünftig nicht mehr als solcher genutzt?
  • Was geschieht mit dieser, sich im gemeindlichen Besitz befindlichen Parkfläche?

 

Mit eMail vom 7. Juni 2021 habe ich deshalb den 1. Bürgermeister der Gemeinde Rettenberg um folgende, weitere Auskünfte entsprechend Art. 39 Bayer. Datenschutzgesetz (BayDSG) und Art. 3 Bayer. Umweltinformationsgesetz (BayUIG) gebeten:

  • Ent- oder widerspricht das geplante Bauvorhaben Neubau eines Parkhauses am Grünten (Grundstück, Fl. Nr. 2337, Gemarkung Rettenberg), den Darstellungen/Festsetzungen des Flächennutzungsplans der Gemeinde Rettenberg?
  • Liegt der Gemeinde Rettenberg - im Zusammenhang mit dem geplanten Bahn-/Bau-Projekt „Grünten - Natur.Genuss.Berg“; hier: Neubau eines Parkhauses am Grünten - ein Antrag auf
    • Vorhabenbezogener Bebauungsplan
    • Änderung des Flächennutzungsplans
    • Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung (LSG-VO) „Grünten“

vor?

  • Was ist für die bestehende, gemeindliche Parkfläche (Liftweg, bei Hs. Nr. 11, Ortsteil Kranzegg) im Flächennutzungsplan der Gemeinde Rettenberg dargestellt/festgesetzt?
  • Sind hier ggf. Änderungen geplant?

 

Anmerkungen:

Sowohl der bestehende, gemeindliche Parkplatz und die vorhandene Talstation der Grüntenlifte als auch der neue Parkplatz, die neue Talstation, das neue Parkhaus und die neue Zufahrtsstraße befinden sich innerhalb der Zone A des Alpenplans.

Gemeinde Rettenberg: Mitteilungen

 Was bisher geschah ...

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 Schützt den Grünten!

(bis 31. Dezember 2020)

Im gemeindlichen Mitteilungsblatt vom 4. Juni 2021 geht der 1. Bürgermeister erstmals auf eines der größten Projekte in der Geschichte der Gemeinde Rettenberg ein.

Interessant, seine Zeilen (Auszug):

Die einheimische Familie Hagenauer konnte die Anlagen der Grüntenlifte bekanntermaßen erwerben und in den vergangenen Monaten in intensiver Arbeit, gerade auch unter den Einschränkungen der Pandemie und Optimierung der Planungen in Bezug auf eine „Naturnahe Gestaltung“ am Berg, ihre Planungen bestmöglich landschaftsbezogen mit Berücksichtigung der Ausgleichsmaßnahmen, vorbereiten. Klar ist, dass bei „jeder“ Baumaßnahme auch in die Natur eingegriffen wird. Fakt ist aber auch, dass nach im Regelfall kurzer Zeit diese Eingriffe kaum mehr sichtbar sind und zudem in der heutigen Zeit bestmöglich auszugleichen sind. Ein Lift ist in der heutigen Zeit kein Widerspruch an sich gegen die Natur.

Beim Lesen des Beitrags ist mir u. a. aufgefallen, dass der 1. Bürgermeister (nur) über ein "Grüntenliftprojekt" schreibt.

Da könnte in der Öffentlichkeit (hier: GemeindebürgerInnen) der Eindruck entstehen, dass die Investorenfamilie auf das geplante Bergbahnprojekt (Ganz-Jahres-Kabinenbahn/Zehner-Gondelbahn) verzichtet.

Was ich sehr begrüßen würde.

Bauen im Außenbereich (§ 35 Baugesetzbuch)

§ 35 BauGB (Auszüge)

 

(1) Im Außenbereich ist ein Vorhaben nur zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen, die ausreichende Erschließung gesichert ist und wenn es

1. einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dient und nur einen untergeordneten Teil der Betriebsfläche einnimmt,

(2) Sonstige Vorhaben können im Einzelfall zugelassen werden, wenn ihre Ausführung oder Benutzung öffentliche Belange nicht beeinträchtigt und die Erschließung gesichert ist.

(3) Eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange liegt insbesondere vor, wenn das Vorhaben

1. den Darstellungen des Flächennutzungsplans widerspricht,

2. den Darstellungen eines Landschaftsplans oder sonstigen Plans, insbesondere des Wasser-, Abfall- oder Immissionsschutzrechts, widerspricht,

3. schädliche Umwelteinwirkungen hervorrufen kann oder ihnen ausgesetzt wird,

4. unwirtschaftliche Aufwendungen für Straßen oder andere Verkehrseinrichtungen, für Anlagen der Versorgung oder Entsorgung, für die Sicherheit oder Gesundheit oder für sonstige Aufgaben erfordert,

5. Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, des Bodenschutzes, des Denkmalschutzes oder die natürliche Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert beeinträchtigt oder das Orts- und Landschaftsbild verunstaltet,

6. Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur beeinträchtigt, die Wasserwirtschaft oder den Hochwasserschutz gefährdet,

(5) Die nach den Absätzen 1 bis 4 zulässigen Vorhaben sind in einer flächensparenden, die Bodenversiegelung auf das notwendige Maß begrenzenden und den Außenbereich schonenden Weise auszuführen.

Landratsamt Oberallgäu: Entscheidungen und weiteres Vorgehen

Was bisher geschah ...

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Schützt den Grünten!

(bis 31. Dezember 2020)

Landrätin informiert

Für die Grüntenhütte gibt es jetzt neue Pläne

Die Grüntenhütte soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Jetzt hat der Investor die Pläne überarbeitet und will einen Bauantrag stellen.

Jetzt informierte Landrätin Indra Baier-Müller die Beteiligten in einem Schreiben über die Absage und eine Planänderung: Nach intensiven Gesprächen und der Prüfung durch die Behörden habe die Investorenfamilie Hagenauer die Pläne für die Grüntenhütte in ihrer Dimension reduziert und verändert, erklärt Baier-Müller. „Von der Errichtung einer neuen Grüntenhütte an einem anderen Standort wurde Abstand genommen.“ So muss für das Vorhaben nicht mehr die Landschaftsschutzgebietsverordnung geändert werden und ein Kreistagsbeschluss ist somit nicht mehr erforderlich. *
Umweltverbände und die Öffentlichkeit könnten beispielsweise im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung im seilbahnrechtlichen Verfahren die Pläne einsehen und Einwendungen erheben, sagt die Landrätin. Diese Punkte sollen dann bei einem Erörterungstermin behandelt werden.

 

* Quelle (29. Januar 2021):

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/f%C3%BCr-die-gr%C3%BCntenh%C3%BCtte-gibt-es-jetzt-neue-pl%C3%A4ne_arid-265372

Neuigkeit zur Petition

!!! NEUES VOM GRÜNTEN!!!

Phil, Mara & Lucia Gruenten

Quelle (29. Januar 2021):

https://www.change.org/p/landrat-anton-klotz-rettetdengr%C3%BCnten-der-w%C3%A4chter-des-allg%C3%A4us-ist-kein-rummelplatz/u/28451547

30. Januar 2021

Die Bund Naturschutz Kreisgruppe Kempten Oberallgäu zeigt dem Runden Tisch die Rote Karte:

Grünten

Rote Karte für den Runden Tisch

Diskussion um Grünten

Der Runde Tisch zum Grünten-Projekt soll nun doch stattfinden

Einen symbolischen Runden Tisch haben Gegner des Grünten-Projekts gestern vor dem Landratsamt in Sonthofen aufgebaut.

Bereits zwei Mal war der Runde Tisch zur Diskussion des Grünten-Projekts abgesagt worden. Jetzt haben Bürger mit einer Aktion vor dem Landratsamt protestiert.

Sophia Ungerland

30.03.2021 | Stand: 18:30 Uhr

Der geplante Runde Tisch, an dem Befürworter und Gegner des Grünten-Projekts ins Gespräch kommen sollten, war im Januar aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden. Nun hat das Landratsamt Oberallgäu gestern auf Nachfrage bekannt gegeben, dass es doch einen Austausch geben wird: Landrätin Indra Baier-Müller wolle die Möglichkeit geben, „sämtliche Argumente im Rahmen eines Runden Tisches zu erörtern“, teilte Pressesprecher Michael Läufle mit.

 

Quelle (30. März 2021):

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/immenstadt/gr%C3%BCnten-projekt-landratsamt-oberallg%C3%A4u-will-nun-doch-einen-runden-tisch-organisieren_arid-282019

Neuigkeit zur Petition

Der Grünten verdient einen Dialog

Phil, Mara & Lucia Gruenten

 

Quelle (30. März 2021):

https://www.change.org/p/landrat-anton-klotz-rettetdengr%C3%BCnten-der-w%C3%A4chter-des-allg%C3%A4us-ist-kein-rummelplatz/u/28799282

Mit eMail vom 21. April 2021 habe ich mich wie folgt (Auszug) mit der Oberallgäuer Landrätin, Frau Baier-Müller, in Verbindung gesetzt:

„Ich halte einen baldigen

Virtuellen Runden Tisch zum Schutz des Grüntens

für dringend erforderlich.

Hierfür sollte - rechtzeitig vorher - das 2. Konzept zum geplanten Bauprojekt "Grünten BergWelt" zur Verfügung stehen.

Einen Runden Tisch in Präsenz halte ich im Hinblick auf die aktuelle Corona-Lage nicht für sinnvoll.

Dies könnte - trotz erklärter Absicht - zu deutlichen, zeitlichen Verzögerungen führen.“

Ausbau am Grünten

Projekt wird neu geplant: Wie geht es nun am Grünten weiter?

Wie geht es mit den Grünten-Liften weiter? Ein Investor beabsichtigt, die alten Anlagen durch moderne Bergbahnen zu ersetzen. Doch die konkreten Pläne liegen noch nicht vor, heißt es aus dem Oberallgäuer Landratsamt.

Um die Pläne der Investorenfamilie Hagenauer ist es zuletzt still geworden, es gibt kaum Information. Das sorgt für Unmut. Wie geht es am Grünten weiter?

Michael Mang

06.05.2021 | Stand: 06:35 Uhr

Wie geht es am Grünten weiter? Um die Pläne der Investorenfamilie Hagenauer für die Modernisierung der Liftanlagen am „Wächter des Allgäus“ ist es zuletzt still geworden. „Aktuell wird das Projekt neu überplant“ ist auf der Internet-Seite der Grüntenlifte zu lesen. Noch wurden die neuen Pläne nicht im Landratsamt eingereicht, das steht aber nach Informationen unserer Zeitung unmittelbar bevor. Ursprünglich geplant war, die alten Lifte durch moderne Seilbahnen zu ersetzen, die Grüntenhütte neu zu bauen und die Beschneiungsanlage zu modernisieren. Auf die umstrittene Waldseilbahn wird verzichtet.

 

Quelle (6. Mai 2021):

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/ausbau-am-gr%C3%BCnten-warten-auf-die-neuen-pl%C3%A4ne_arid-291100

Ein Jahr im Amt: Interview mit Landrätin Indra Baier-Müller 

08.05.2021

von Lena Fuhrmann

In diesen Bereich fällt auch das Bergbahn-Projekt am Grünten. Sie haben einen „runden Tisch“ mit Befürwortern und Gegnern angekündigt, der coronabedingt verschoben wurde. Gibt es schon einen neuen Termin und könnte das Treffen nicht auch online stattfinden?

Baier-Müller: „Die zweite Frage beantworte ich sehr gerne gleich: Nein, eine Online-Veranstaltung mit so einer brisanten Thematik würde ich nicht befürworten. Ich glaube, es macht nur Sinn, das persönlich zu regeln. Da sind zu viele Emotionen im Spiel. Zur Frage, wann der Termin nachgeholt wird, gibt es sicherlich in Kürze neue Informationen mit einem Termin, der dann bekanntgegeben werden wird. Genaueres kann ich dazu heute nicht sagen, aber wir sind dran.“

 

Quelle (8. Mai 2021):

https://www.kreisbote.de/lokales/sonthofen/interview-mit-indra-baier-mueller-bilanz-nach-einem-jahr-an-der-spitze-des-landratsamts-90495754.html

Umstrittene Pläne am Wächter des Allgäus

Investor beantragt Bergbahn-Projekt am Grünten

Die Pläne für das umstrittene Bergbahnprojekt am Grünten wurden jetzt beim Landratsamt Oberallgäu eingereicht.

Umfangreiche Baupläne für Bergbahnen und neue Grüntenhütte beim Landratsamt Oberallgäu eingereicht. Jetzt ist die Genehmigungsbehörde am Zug.

Michael Mang

10.05.2021 | Stand: 18:26 Uhr

Umfangreiche Unterlagen für die geplanten Baumaßnahmen am Grünten sind beim Landratsamt Oberallgäu als zuständiger Genehmigungsbehörde eingegangen. Dort werden Unterlagen werden jetzt in einem ersten Schritt auf Vollständigkeit geprüft, teilt die Kreisbehörde mit. Sobald diese Prüfung abgeschlossen ist, will das Landratsamt die Pläne im Amtsblatt veröffentlichen. Dann soll auch bekanntgegeben werden, wann und wo die Unterlagen eingesehen werden können. Die Unternehmerfamilie Hagenauer will wie berichtet die alten Lifte abbauen und durch neue Bergbahnen ersetzen. Zudem soll die Grüntenhütte abgerissen und an neu errichtet werden.

...

Oberallgäuer Landrätin will weiter runden Tisch zum Grünten

Landrätin Indra Baier-Müller hält derweil an ihrer Idee eines runden Tisches fest. Die Kreischefin will den Dialog mit Befürwortern und Gegnern des Grüntenprojekts auch unbedingt bei einer Präsenzveranstaltung suchen - so bald das wieder möglich ist. "Bei so einem emotionalen Thema wäre eine Video-Konferenz nicht der richtige Rahmen", sagt Baier-Müller gegenüber unserer Zeitung. Das Ziel sei ein "Abgleich von Informationen". Dazu sei es aber als Diskussionsgrundlage wichtig, dass die Pläne auf dem Tisch liegen, sagt die Landrätin. "Wenn die Unterlagen eingegangen sind, werden wir alle Beteiligten informieren." Diese Voraussetzung wurde jetzt durch den Investor geschaffen, der am Montag laut Landratsamt die Projektunterlagen eingereicht hat.

 

Quelle (10. Mai 2021):

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/immenstadt/investor-beantragt-bergbahn-projekt-am-gr%C3%BCnten_arid-292369

Das bedeutet für mich:

Der ursprünglich zur Entwurfsplanung gedachte Runde Tisch (mit MediatorIn und Kompromiss) ist nunmehr einem Runden Tisch zu den Genehmigungsplanungen gewichen.

Ziel des immer noch ausstehenden Runden Tisches soll (nur noch) ein „Abgleich von Informationen“ sein.

Eine Beteiligung in Form einer Mitgestaltung durch Bürger und Verbände - im Vorfeld der Genehmigungsverfahren - ist nicht (mehr) zu erkennen.

 

Anmerkung:

Ein Runder Tisch wird oft als symbolische Sitzordnung eingesetzt, bei der keine Hierarchie sondern die Gleichberechtigung aller Teilnehmer herausgestellt wird. Er wird eingesetzt zur Klärung abweichender Interessen oder zur Bewältigung von Krisen um einen von allen Seiten anerkannten Kompromiss finden wollen.

Der Runde Tisch ist zudem eine Form der Bürgerbeteiligung in Dialog- und Beteiligungsforen, um Zusammenarbeit zwischen gesellschaftlichen Institutionen und Bürgerschaft zu fördern.

 

Quelle (20. Mai 2021):

https://de.wikipedia.org/wiki/Runder_Tisch

 

Hinweis:

Art. 1 Zweck des Gesetzes, Anwendungsbereich

(1) Zweck dieses Gesetzes ist es, den rechtlichen Rahmen für den freien Zugang zu Umweltinformationen bei informationspflichtigen Stellen sowie für die Verbreitung dieser Umweltinformationen zu schaffen.

 

Quelle (29. Mai 2021):

Bayerisches Umweltinformationsgesetz (BayUIG)

Die rechtliche Stellung der bayerischen Landräte

Die bayerischen Landräte sind kommunale Wahlbeamte und Amtsleiter des Landratsamtes, das als Kreis- und Staatsbehörde sowohl Staatsaufgaben als auch Kreisaufgaben wahrnimmt. Insofern übt ein Landrat zwei Funktionen aus. Er ist einerseits Leiter der Landkreisverwaltung und andererseits Leiter des Landratsamtes als untere staatliche Verwaltungsbehörde. Die meisten der anstehenden, einschlägigen Verwaltungsverfahren zum umstrittenen Berg-/Bahn-Projekt "Grünten - Natur.Genuss.Berg" (z.B. im Bau-, Brandschutz-, Gaststätten-, Naturschutz-, Seilbahn-, Umwelt- oder Wasserrecht) werden vom Landratsamt Oberallgäu (Sonthofen) als untere staatliche Verwaltungsbehörde geführt.

Mein Appell: Schützt den Grünten!