Allgäu - Schützt den Grünten!

Zur Petition zum Schutz des Grünten

Nächstes Ziel: 75.000 Unterschriften!

Spende zum Schutz des Grünten

Der Grünten braucht dringend unsere Hilfe!

BUND Naturschutz, Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu

Sparkasse Allgäu
IBAN: DE32 7335 0000 0000 0776 93

https://kempten.bund-naturschutz.de/projekte-brennpunkte/gruenten

Landschaftsschutzgebiet (LSG) "Grünten"

Externer Link zum Bayernatlas: Landschaftsschutzgebiete

Im Zusammenhang mit dem LSG "Grünten" ist mir u. a. folgendes besonders wichtig:

  • Die Erhaltung und Entwicklung von Landschaft und Natur liegt mir sehr am Herzen.
  • Landschaft, Natur und Umwelt brauchen unseren Schutz.
  • Die natürlichen Lebens­grundlagen sollen erhalten bleiben.
  • Boden, Luft und Wasser sowie Pflanzen, Tiere und deren Lebensräume müssen auf Dauer geschützt werden, damit auch zukünftige Generationen sie noch erleben und genießen können.
  • Zum Schutz von Landschaft, Natur und Umwelt gibt es konkrete Rechtsvorschriften.
  • Dafür zuständig ist vorrangig das Landratsamt (hier: Oberallgäu), u. a. als Untere Naturschutzbehörde.
  • Landschaft und Natur dienen als Lebensgrundlage für die Menschen und sollen als Voraussetzung für ihre Erholung gesichert werden.
  • Das umfangreiche Aufgabengebiet des Arten-, Landschafts- und Naturschutzes soll die Artenvielfalt der heimischen Pflanzen- und Tierwelt bewahren und die Schönheit dieser abwechslungsreichen Landschaft (hier: Allgäu) erhalten.
  • Die vielfältigen Naturräume mit sehr hoher Biotopausstattung sollen für die nachfolgenden Generationen, vor allem aber als Lebensraum für gefährdete Pflanzen und Tiere, erhalten werden.
  • Das Bayerische Naturschutzgesetz sieht u. a. folgende Schutzgebiete vor:
    • Landschaftsschutzgebiete
      • Größere Landschaftsräume, deren Charakter und Erholungswert sowie Naturhaushalt erhalten und wo nötig entwickelt und Schäden verhindert oder behoben werden sollen.
  • Landschaftsschutzgebiete sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Landschaft und Natur erforderlich ist
    • zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Funktions- und Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts oder der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter,
      • einschließlich des Schutzes von Lebensräumen und Lebensstätten bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten,
    • wegen der Eigenart, Schönheit und Vielfalt oder der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Landschaft oder
    • wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung.
  • Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Grünten, Großer Wald, Deutsche Alpenstraße und Wertachtal" vom 26. Juli 1972

    • In diesem Schutzgebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Landschaft zu verunstalten, die Natur zu schädigen oder den Naturgenuss zu beeinträchtigen.

    • Für bestimmte Vorhaben innerhalb des Schutzgebietes wird eine gesonderte Erlaubnis des Landratsamtes (hier: Oberallgäu) als Untere Naturschutzbehörde benötigt.

    • Einer solchen Erlaubnis bedarf unter anderem, wer bauliche Anlagen jeglicher Art ändert oder errichtet, landschaftsprägende Elemente wie Bäume, Findlinge oder Felsbrocken, Gehölze oder Sträucher beseitigt oder Rundfunk- bzw. Tonwiedergabegeräte so laut spielen lässt, dass andere gestört oder Tiere beunruhigt werden können.

Zur Bedeutung der Landschaftsschutzgebiete:

https://www.lfu.bayern.de/natur/schutzgebiete/landschaftsschutzgebiete/index.htm

Alpenbiotopkartierung

Vor einigen Jahren wurde im Süden Bayerns eine Alpenbiotopkartierung durchgeführt. Auch im gesamten Gebiet um den Grünten gibt es zahlreiche, kartierte Alpenbiotope.

Die Landschaftsschutzgebietsverordnung "Grünten" vom 26. Juli 1972 soll u. a. den Schutz all dieser Alpenbiotope garantieren:

So gilt: Nicht die Kartierung, sondern die Natur macht eine Fläche zum Biotop. Rechtliche Einschränkungen können sich allerdings ergeben aus

  • ...
  • Schutzgebietsverordnungen.

Damit sind die genannten rechtlichen Regelungen unabhängig von der Biotopkartierung wirksam. Eine genaue Erfassung der Biotope hat jedoch den Vorteil, ohne zusätzliche Erhebungen vor Ort feststellen zu können, welche Flächen unter diese Bestimmungen oder Verordnungen fallen.

Auf der Nordseite des Grünten (zwischen Rettenberg, Kranzegg, Grüntenalpe/-hütte und Übelhorn) verdichten sich die kartierten Alpenbiotope.

 

Externe Links zum Bayernatlas: Alpenbiotopkartierung

FFH-Gebiet "Grünten"

Das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet 8427-301 „Grünten“ wurde in den vergangenen Jahren von Experten kartiert, inventarisiert und bewertet. Die Ergebnisse wurden in einem für Behörden verbindlichen Managementplan zusammengefasst.

Die rechtliche Grundlage zur Ausweisung und Kartierung des Gebietes sowie zur Aufstellung des Managementplans stellt § 32 Abs. 3 Satz 3 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 Flora-Fauna-Habitat Richtlinie (FFHRL) dar.

Der Managementplan des 147 Hektar großen FFH-Gebiets „Grünten“ wurde am 22. November 2018 durch den „Runden Tisch“ öffentlich vorgestellt und diskutiert.

Der Entwurf des Managementplans lag im Zeitraum vom 2. Mai bis 31. Mai 2019 öffentlich aus.

Im Managementplan werden von den beauftragten Gutachtern u. a. "Vorschläge für die Anpassung der Gebietsgrenzen" formuliert.

Im FFH-Gebiet Grünten wurde vorgeschlagen, die Gebietsgrenze nach Nordosten zu erweitern, um wertvolle Vegetationsbestände (oberhalb der Grüntenalpe befinden sich herausragende Kalk-Flachmoore - LRT 7230) in das FFH-Gebiet einzubeziehen.

Der LRT (= Lebensraumtyp) 7230 kommt in einem extensiv beweideten Vegetationsmosaik kleinflächig zwischen 1450m und 1700m auf einem nach Nordost abfallenden Hang oberhalb der Grüntenalpe vor.

Bei den gebietsbezogenen Beeinträchtigungen stellen die beauftragten Gutachter unter „Tourismus“ fest:

Das FFH-Gebiet zählt aufgrund der guten Infrastruktur (Bergbahn, zahlreiche Wanderwege, Skilifte, bewirtschaftete Alphütten) zu einem touristisch stark frequentierten Gebiet sowohl im Sommer als auch im Winter. Zur Sicherung des Erhalts der erfassten LRT und Anhang Arten sowie der weiteren genannten naturschutzfachlich bedeutsamen Arten und Biotope auch im Hinblick auf ihre Qualität ist von einer infrastrukturellen Erweiterung des Gebiets und des engeren Umfelds abzusehen.

 

Externe Links zum Bayernatlas: FFH-Gebiet

 

Externe Links zum Bayernatlas: Alpenbiotopkartierung und FFH-Gebiet

Alpenplan

Er sorgt verbindlich für eine ausgewogene Entwicklung der bayerischen Alpen. Er definiert einerseits Erschließungsräume für Tourismus-, Gewerbeentwicklung und Wohnen und bündelt dort die dafür notwendigen Infrastrukturen. Andererseits bewahrt er unberührte Landschaften für naturnahe Erholung. Als Teil des Landesentwicklungsprogramms teilt er die bayerischen Alpen in drei Zonen (A, B, C) ein.

 

Externer Link zum Landesentwicklungsprogramm Bayern: Alpenplan Blatt 1 (West)

Ein Appell von Reinhold Messner: Rettet die Berge

(Buchempfehlung)

28. Juni 2021:

"Allein der Titel „Grünten - Natur.Genuss.Berg“ verrät, wohin der Genuss in der Natur im Fall

Grünten führen wird: in den Ausverkauf. Also „Schützt den Grünten“, bevor es zu spät ist.

Viel Ausdauer dabei wünscht Reinhold Messner"

Weiterführende Links rund um den Grünten

Was bisher geschah ...

  Interner Link:

Schützt den Grünten!

(bis 30. April 2021)

Presse-Statements von Ministerpräsident Dr. Söder und Bundeskanzler Kurz (11.05.2021) - Bayern

Ausschnitt (ab 16 Minuten 20 Sekunden):

https://www.youtube.com/watch?v=9Wf4-9ubt3o&t=1005s

Ministerpräsident Dr. Söder zur Stärkung des Ökologie-Tourismus (neue Ideen - ökologisch andere Lebensweise - im Tourismus kein Disneyland).

 

Schutzgebiete auf der Karte

Campen, Lärm, Parken: Diese Strafen blühen bei Verstößen in Allgäuer Schutzgebieten

Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Naturparks, Nationalparks und Biosphärenreservate: In Bayern gibt es eine Vielzahl verschiedener Schutzgebiete - auch im Allgäu.

Im Allgäu gibt es einige verschiedene Schutzgebiete, in denen klare Regeln gelten. Wer diese missachtet, muss mit teils hohen Geldbußen rechnen. Ein Überblick.

Lena Lingg

20.06.2021 | Stand: 20:26 Uhr

 

Quelle (20. Juni 2021):

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/naturschutzgebiete-im-allg%C3%A4u-infos-zu-camping-wandern-strafen_arid-300922

 

Wasserversorgung des Grünten

Gemäß den Vorgaben der Alpenkonvention gehört Wasser allen und die Bevölkerung entscheidet, was mit Ihrem Wasser passiert. So prognostizieren die Vereinten Nationen einen steigenden Wasserverbrauch von 40% bis 2025. Im Allgäu sind wir mit Wasser noch gesegnet. Dennoch hat sich im Jahr 2018 in Teilen des Oberallgäus - Ermengerst (Wiggensbach) - die Trinkwassersituation mit einer Knappheit gezeigt wie selten zuvor, verschärft durch die damalige Trockenheit. Die Situation zeigt auch, dass Wasserknappheit kein Fremdwort in unserer Region mehr ist.

 

Quelle (11. Juli 2021):

https://www.ödp-kempten.de/aktuelles/pressemitteilungen/nachrichtendetails/news/wasserversorgung-des-gruenten

Gemeinde Rettenberg: Entscheidungen

 Was bisher geschah ...

Interner Link:

Schützt den Grünten!

(bis 30. April 2021)

Am 21. Mai 2021 fand im Haus Oberallgäu in Sonthofen eine öffentliche Gemeinderatssitzung des Rettenberger Gemeinderats statt.

Zu folgenden Tagesordnungspunkten

  • 2. Modernisierung des Ski- und Wandergebietes am Grünten
    • 2.1 Antrag auf Erneuerung der Liftanlagen
    • 2.2 Bauantrag: Neubau eines Parkhauses am Grünten
    • 2.3 Bauantrag: Teilneubau im Rahmen der Erweiterung des bestehenden Gaststätten- und Beherbergungsbetriebes mit Außenbewirtung

wurde ein einstimmiger Beschluss gefasst.

Lediglich beim Tagesordnungspunkt

  • 2.4 Antrag auf Modernisierung und Erweiterung der Beschneiungsanlagen

stimmten die drei Vertreter der Grünen gegen die Erweiterung.

 

Quelle (Stand: 24. Juni 2021):

https://www.gemeinde-rettenberg.de/gemeinderat/protokolle/

 

Anmerkungen:

Wenn ich auf der Bekanntmachung der Tagesordnung zur öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 17. Mai 2021 die einschlägigen Tagesordnungspunkte

  • Erneuerung der Liftanlagen
  • Modernisierung des Skigebietes am Grünten
  • Modernisierung des Wandergebietes am Grünten

mit der Medienberichterstattung über die Sondersitzung vom 21. Mai 2021 vergleiche, fällt mir auf, dass wesentliche Teile (Bergbahn/Zehner-Gondelbahn auf neuer Trasse mit Neubauten von Tal-, Mittel- und Bergstation) fehlen.

Diese Nichtübereinstimmung ist auch in der Niederschrift über die öffentliche Gemeinderatssitzung vom 21. Mai 2021

2.1 Antrag auf Erneuerung der Liftanlagen - Beteiligung der Gemeinde im Verfahren

Beschluss:

Die Gemeinde Rettenberg nimmt den geplanten Neubau der 10er-Umlaufseilbahn sowie die Neuerrichtung des Schleppliftes und Kinderliftes zur Kenntnis. Es werden im durchzuführenden seilbahnrechtlichen Genehmigungsverfahren keine Einwände erhoben.

Einstimmig beschlossen Ja 17 Nein 0

zu finden.

 

Hinweise:

Die Tagesordnung muss so präzise und so verständlich gefasst sein, dass auch die interessierte Öffentlichkeit daraus ersehen kann, worum es sich dabei tatsächlich handelt.

Bei der Tagesordnung zur Sondersitzung vom 21. Mai 2021 ist das in Teilen (Bergbahn-Projekt) nicht der Fall.

Das neue Projekt: Grünten - Natur.Genuss.Berg

  • Ausgleichsfläche (für das Projekt): Streuobstwiese - nahe des neuen Parkhauses bzw. der neuen Talstation
  • Bergbahntrasse: Neuerschließung (500 m weiter westwärts)
  • Bergstation: Neubau - am bisherigen Standort - größer - dreigeschossig - Bau mit mehreren Flügeln - viel Holz - große Glasfronten - Dächer begrünt - Gastronomie - große Sonnenterrassen - Shops - Räume für die Bergwacht - Ausstellung zum Thema Natur
  • Beschneiungsanlagen: Anpassung, Erweiterung und Modernisierung - für Ski- und Rodelbetrieb (bei milderen Wintern) - Abbau der Beschneiungsschächte im unteren Bereich des Skigebiets (da dort künftig nicht mehr beschneit wird) - 106 neue Beschneiungsschächte weiter oben am Berg ("Wir müssen großflächig beschneien, sonst geht es nicht") mit neuen Strom- und Wasserleitungen
  • Beschneiungsteiche: Neubau (2. Teich) - Fassungsvermögen: 43.600 Kubikmeter Wasser (der bestehende, 1. Teich fasst 13.000 Kubikmeter)
  • Genehmigungsbehörde: Landratsamt Oberallgäu
  • Grüntenhütte: Teilneubau - am selben Standort - bei gleichen Ausmaßen - Küchenbereich (teilweise schon saniert, bleibt stehen) - zum Teil unterkellert - Lager und Zimmer (4-Bett-Zimmer mit insgesamt 32 Betten für Übernachtungen) - Gastronomie - 60 Innensitzplätze - Anbau einer Außenterrasse (150 Sitzplätze)
  • Grundstückseigentümer: Einigung („Die haben wir alle auf unserer Seite“) - Grundstücksfragen geklärt
  • Kunstinstallationen (im Außenbereich)
  • Lifte: die alten Lifte sollen ersetzt werden - Gipfellift, Ideallift, Kinderlift, Schlepplift
  • Mittelstation: Neubau - zweigeschossig - Dächer begrünt
  • Naturschau: neu - Attraktion - Herz der Bergstation - auch als Schlechtwetterangebot - für „pädagogisch wertvolles Erleben und Erkunden“ - „Schau, die für die Allgäuer Natur sensibilisieren soll“ - "Druckentlastung für den Grüntengipfel"
  • Parkhaus: Neubau - vier Etagen - Dächer begrünt - für 312 bzw. 315 Fahrzeuge
  • Parkplatz: Neuanlage - für 135 Fahrzeuge
    • Hinweise: Die bisherigen Parkplätze (für etwa 400-450 Fahrzeuge) befinden sich außerhalb des LSG "Grünten". Diese Parkplatzfläche ist im Besitz der Gemeinde Rettenberg. Sie könnte dann anderweitig genutzt werden.
  • Pistenfläche (beschneit): 24 bzw. 25,1 Hektar (statt wie bisher 11 Hektar)
  • Pistenführung: teilweise neu
  • Projekt (neu): Grünten „Natur.Genuss.Berg“ (in Anlehnung an „BierGenussDorf“) - viele Millionen Euro schwer
  • Rodelbahn (neu): von der Bergstation - ggf. beschneit - bis ins Tal
  • Runder Tisch: schon lange geplant - soll stattfinden
  • Talstation: Neubau (südwestlich der bisherigen Talstation - Dächer begrünt)
  • Umweltverträglichkeitsprüfungen: Beschneiungsanlagen und neue Seilbahn - Vorhaben öffentlich einsehbar - Einwände gegen das Projekt
  • Walderlebnisbahn: ursprünglich vorgesehen - nicht mehr geplant
  • Wandergebiet: Modernisierung - kleine Trampelpfade über die Wiesen werden durch einen befestigten Weg in die Höhe ersetzt - Besucherlenkung
  • Wirtschaftsweg: Neuanlage - durchgängig, von der neuen Talstation zur neuen Bergstation
  • Zehner-Gondelbahn: Neuanlage - 48 Kabinen (für jeweils maximal zehn Personen) - Ganzjahresbetrieb

Die Angaben entsprechen dem Stand der Medienberichterstattung bis 14. Juni 2021.

 

Quellen (21. Mai - 14. Juni 2021):

https://www.br.de/nachrichten/bayern/umstrittene-modernisierung-am-gruenten-wird-konkret,SXz7ov5

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/das-ist-der-plan-wird-so-die-neue-talstation-am-gr%C3%BCnten-aussehen_arid-295300

https://www.br.de/nachrichten/bayern/rettenberger-gemeinderat-stimmt-fuer-neues-konzept-am-gruenten,SY6rdsc

https://www.allgaeuer-zeitung.dehttps://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/gr%C3%BCnten-projekt-das-sind-die-neuen-pl%C3%A4ne-der-investoren_arid-295369

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/gr%C3%BCnten-oberallg%C3%A4uer-spd-fordert-konzept-f%C3%BCr-nahverkehr-statt-parkhaus_arid-295825

https://www.kreisbote.de/lokales/sonthofen/gruentenbergwelt-gemeinderat-rettenberg-segnet-projekt-der-familie-hagenauer-ab-90738543.html

https://www.kreisbote.de/lokales/sonthofen/gruenten-projekt-spd-oberallgaeu-will-kein-parkhaus-am-gruenten-90788195.html

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/immenstadt/gr%C3%BCnten-projekt-investitionspl%C3%A4ne-bergbahn-wie-geht-es-weiter-aktueller-stand_arid-300202

Nachdem die Gemeinde Rettenberg zu meinen Fragen (Neubau der "Grüntenalpe" - Antrag auf Vorbescheid: Bau eines Jungviehlaufstalles mit Hirtenwohnung) keine Auskünfte erteilt und ein Virtueller Runder Tisch nicht und ein Runder Tisch in Präsenz erst „sobald das wieder möglich ist“ stattfindet, fasse ich meine Überlegungen - zum Teil spekulativ - wie folgt zusammen:

Der ursprüngliche und im Zusammenhang mit dem geplanten Bauprojekt „Grünten BergWelt“ stehende Ersatzbau für die "Grüntenhütte" wird nicht mehr über einen Vorhabenbezogenen Bebauungsplan und eine Änderung des Flächennutzungsplans (jeweils Gemeinde Rettenberg) sowie eine Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung „Grünten“ (Landkreis Oberallgäu) realisiert.

Stattdessen wurde der

Bau eines Jungviehlaufstalles mit Hirtenwohnung („Grüntenalpe“)

und

ein „Bergbahn-Projekt“ am Grünten (Bergbahn mit neuer Grüntenhütte)

beantragt.

Das bedeutet für mich, dass im Landschaftsschutzgebiet „Grünten“, innerhalb der Zone A des Alpenplans, zwischen kartierten Alpenbiotopen sowie in unmittelbarer Nähe des FFH-Gebiets „Grünten“ und der Zone C des Alpenplans, drei Bauvorhaben (Bergstation, Grüntenalpe und Grüntenhütte) in unmittelbarer Nachbarschaft geplant sind.

Dabei schließe ich nicht mehr aus, dass neben der Bergstation (Neubau) und der Grüntenhütte (Teilneubau) auch die "Grüntenalpe" (Neubau) ganzjährig und gleichzeitig bewirtschaftet werden.

Als Vorbild bzw. zum Vergleich könnte da - bei gleichem Betreiber/Investor - die „Abenteuer Alpe“ und die "Berghütte Bärenfalle" der Alpsee Bergwelt, einem Erlebnisberg zwischen Immenstadt und Oberstaufen, dienen.

Stellt sich mir noch die Frage: Sind der Bauherr der geplanten, neuen "Grüntenalpe" und der Investor des umstrittenen „Bergbahn-Projekts“ am Grünten (incl. Teilneubau der Grüntenhütte) identisch?

Beim Vergleich der Rettenberger Gemeinderatsbeschlüsse

  • 9. März 2020: Ersatzbau „Grüntenhütte“ im Zusammenhang mit dem geplanten Bauprojekt „Grünten BergWelt“
  • 21. Mai 2021: Bauantrag „Neubau eines Parkhauses am Grünten“ in Verbindung mit der Modernisierung des Ski- und Wandergebietes am Grünten

fiel mir auf, dass im März 2020 - im Gegensatz zum Mai 2021 - im gleichen LSG „Grünten“ mit der gleichen LSG-VO

  • ein Vorhabenbezogener Bebauungsplan
  • eine Änderung des Flächennutzungsplans
  • und eine Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung (LSG-VO) „Grünten“

erforderlich war.

 

Außerdem habe ich festgestellt:

  • Am Beginn des Liftweges im Ortsteil Kranzegg befindet sich - außerhalb des LSG „Grünten“ - ein gemeindlicher Parkplatz für etwa 400-450 Fahrzeuge.
  • Daneben ist - ebenfalls außerhalb des LSG „Grünten“ - die bestehende Talstation der Grüntenlifte.
  • Nach der neuen Planung „Grünten - Natur.Genuss.Berg“ sind - weiter nach Südwesten verlegt und innerhalb des bestehenden LSG „Grünten“ (zwischen kartierten Alpenbiotopen) - folgende, bauliche Maßnahmen
    • Zufahrtsstraße (Neuanlage - vermutlich mit Fahrbahn, Grünstreifen, Fußweg - geschätzte Ausbaulänge: 650 m - geschätzte Fahrbahnbreite: 8 m)
    • Parkplatz (Neuanlage - für 135 Fahrzeuge)
    • Talstation (Neubau - dreigeschossig)
    • Parkhaus (Neubau - vier Etagen - für 312 bzw. 315 Fahrzeuge)

vorgesehen.

 

Hinweise:

Klimaschutz im Landkreis Oberallgäu

Klimaschutzkonzept der Gemeinde Rettenberg

Strategische Umsetzung einer ÖPNV-Angebotskonzeption im Landkreis Oberallgäu

 

Ich frage mich:

  • Ist die „Schau, die für die Allgäuer Natur sensibilisieren soll“ (Bergstation) - neben der Streuobstwiese im Tal - ein weiterer "Ausgleich" für die bevorstehenden, massiven Eingriffe (hier: Zufahrtsstraße, Parkplatz, Talstation und Parkhaus) zwischen kartierten Alpenbiotopen im LSG „Grünten“?
  • Ist es in Zeiten eines akuten Klimawandels noch vertretbar - innerhalb eines LSG, zwischen kartierten Alpenbiotopen - bis zu 450 Fahrzeuge auf einem neuen Parkplatz (135 Fahrzeuge) und in einem neuen Parkhaus (315 Fahrzeuge) zuzulassen?
  • Sollte stattdessen nicht besser der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) gefördert und unterstützt werden?
  • Warum wird der vorhandene, gemeindliche Parkplatz (für etwa 400-450 Fahrzeuge), der sich außerhalb des LSG „Grünten“ befindet, zukünftig nicht mehr als solcher genutzt?
  • Was geschieht mit dieser, sich im gemeindlichen Besitz befindlichen Parkfläche?

 

Mit eMail vom 7. Juni 2021 habe ich deshalb den 1. Bürgermeister der Gemeinde Rettenberg um folgende, weitere Auskünfte entsprechend Art. 39 Bayer. Datenschutzgesetz (BayDSG) bzw. Art. 3 Bayer. Umweltinformationsgesetz (BayUIG) gebeten:

  • Ent- oder widerspricht das geplante Bauvorhaben Neubau eines Parkhauses am Grünten (Grundstück, Fl. Nr. 2337, Gemarkung Rettenberg), den Darstellungen/Festsetzungen des Flächennutzungsplans der Gemeinde Rettenberg?
  • Liegt der Gemeinde Rettenberg - im Zusammenhang mit dem geplanten Bahn-/Bau-Projekt „Grünten - Natur.Genuss.Berg“; hier: Neubau eines Parkhauses am Grünten - ein Antrag auf
    • Vorhabenbezogener Bebauungsplan
    • Änderung des Flächennutzungsplans
    • Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung (LSG-VO) „Grünten“

vor?

  • Was ist für die bestehende, gemeindliche Parkfläche (Liftweg, bei Hs. Nr. 11, Ortsteil Kranzegg) im Flächennutzungsplan der Gemeinde Rettenberg dargestellt/festgesetzt?
  • Sind hier ggf. Änderungen geplant?

Die Gemeinde Rettenberg hat hierzu keine Auskünfte erteilt.

 

Anmerkung:

Sowohl der bestehende, gemeindliche Parkplatz und die vorhandene Talstation der Grüntenlifte als auch der neue Parkplatz, die neue Talstation, das neue Parkhaus und die neue Zufahrtsstraße befinden sich innerhalb der Zone A des Alpenplans.

 

Hinweis (in eigener Angelegenheit):

Klimaschutz durch kurze Wege

 

Video (Facebook):

Ein Parkhaus an dieser Stelle?

Die aktuellen Beschlüsse der Gemeinde Rettenberg bedeuten für mich:

Neben all den geplanten Maßnahmen im Zusammenhang mit dem umstrittenen Bau-/Bergbahn-Projekt „Grünten - Natur.Genuss.Berg“ werden voraussichtlich noch die Grüntenhütte, Neumayer Hütte, Kammeregg Hütte an die öffentliche Wasserversorgung und Abwasserentsorgung angeschlossen.

Evtl. kommen die neue, bewirtschaftete Bergstation (Zehner-Gondelbahn) und "weitere 50 Anwesen" dazu.

Diese Maßnahmen (Wasserversorgung und Abwasserentsorgung) werden mit 75 % aus dem staatlichen Sonderprogramm "Berghütten" bezuschusst.

Die Förderung ist nur möglich, wenn die „Haupthütte“ 1.000 m über NN liegt und stark frequentiert ist.

 

Hinweise:

Das staatliche Sonderprogramm "Berghütten" trat zum 1.1.2018 in Kraft und gilt vorläufig bis 31.12.2024. Eine Verlängerung bis 2027 wurde in Aussicht gestellt.

Ziel dieses Programms ist die Erschließung von ca. 20 stark frequentierten Einrichtungen in bayerischen Bergregionen über 1.000 m ü. NN innerhalb von 10 Jahren.

 

Hierzu stelle ich fest:

Das staatliche Sonderprogramm „Berghütten“ (ggf. mit dem Anschluss der Berghütten Grüntenhütte, Neumayer Hütte, Kammeregg Hütte an die öffentliche Wasserversorgung und Abwasserentsorgung) gilt für stark frequentierte Einrichtungen (Almen, Bergbahnen, Berghütten usw. - wie z.B. für das umstrittene Bau-/Bergbahn-Projekt „Grünten - Natur.Genuss.Berg“). Aus meiner Sicht besteht da ein direkter Zusammenhang.

Wenn in den bevorstehenden Jahren alle diese geplanten, neuen Bau-/Maßnahmen durchgeführt werden, entsteht auf der Nordwestseite unseres Wächters des Allgäus

  • im LSG „Grünten“
  • zwischen kartierten Alpenbiotopen
  • in der Zone A des Alpenplans

sowie in unmittelbarer Nähe

  • des FFH-Gebiets „Grünten“
  • der Zone C des Alpenplans

1. eine gigantische Großbaustelle (laut Rettenberg’s 1. Bürgermeisters: „… eines der größten Projekte in der Geschichte der Gemeinde Rettenberg.“) mit massiven Eingriffen in all diese Schutzgebiete am Grünten

2. eine von ca. 20 stark frequentierten Einrichtungen in einer bayer. Bergregion über 1.000 m ü. NN.

Wenn ich dazu den Altbestand (1 Doppelsessellift, 7 Schlepplifte) betrachte und vergleiche, kann inzwischen nicht mehr nur von einer Erneuerung der Liftanlagen am Grünten die Rede sein.

Alle diese massiven Eingriffe an unserem Wächter des Allgäus erschrecken und beunruhigen mich sehr.

Dies umso mehr, weil mir der Schutz des Grünten weiterhin ganz besonders am Herzen liegt.

 

Mit eMail vom 16. Juni 2021 habe ich den 1. Herr Bürgermeister der Gemeinde Rettenberg gebeten, mir - möglichst anhand einer Übersichtskarte - mitzuteilen, wo aktuell welche Trassenführungen (Wasserversorgung und Abwasserentsorgung) innerhalb des LSG „Grünten“, zwischen den kartierten Alpenbiotopen, geplant sind.

Gemeinde Rettenberg: Mitteilungen

 Was bisher geschah ...

 Interner Link:

 Schützt den Grünten!

(bis 30. April 2021)

Im gemeindlichen Mitteilungsblatt vom 4. Juni 2021 geht der 1. Bürgermeister erstmals auf eines der größten Projekte in der Geschichte der Gemeinde Rettenberg ein.

Interessant, seine Zeilen (Auszug):

Die einheimische Familie Hagenauer konnte die Anlagen der Grüntenlifte bekanntermaßen erwerben und in den vergangenen Monaten in intensiver Arbeit, gerade auch unter den Einschränkungen der Pandemie und Optimierung der Planungen in Bezug auf eine „Naturnahe Gestaltung“ am Berg, ihre Planungen bestmöglich landschaftsbezogen mit Berücksichtigung der Ausgleichsmaßnahmen, vorbereiten. Klar ist, dass bei „jeder“ Baumaßnahme auch in die Natur eingegriffen wird. Fakt ist aber auch, dass nach im Regelfall kurzer Zeit diese Eingriffe kaum mehr sichtbar sind und zudem in der heutigen Zeit bestmöglich auszugleichen sind. Ein Lift ist in der heutigen Zeit kein Widerspruch an sich gegen die Natur.

Beim Lesen des Beitrags ist mir u. a. aufgefallen, dass der 1. Bürgermeister "nur" über ein "Grüntenliftprojekt" schreibt.

Da könnte in der Öffentlichkeit (hier: GemeindebürgerInnen) der Eindruck entstehen, dass die Investorenfamilie auf das umstrittene Bergbahnprojekt (Ganz-Jahres-Kabinenbahn bzw. Zehner-Gondelbahn mit den Neubauten Talstation, Mittelstation und Bergstation auf neuer Bergbahn-Trasse) verzichtet.

Ich würde das sehr begrüßen.

Bauen im Außenbereich (§ 35 Baugesetzbuch)

§ 35 BauGB (Auszüge)

 

(1) Im Außenbereich ist ein Vorhaben nur zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen, die ausreichende Erschließung gesichert ist und wenn es

1. einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dient und nur einen untergeordneten Teil der Betriebsfläche einnimmt,

(2) Sonstige Vorhaben können im Einzelfall zugelassen werden, wenn ihre Ausführung oder Benutzung öffentliche Belange nicht beeinträchtigt und die Erschließung gesichert ist.

(3) Eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange liegt insbesondere vor, wenn das Vorhaben

1. den Darstellungen des Flächennutzungsplans widerspricht,

2. den Darstellungen eines Landschaftsplans oder sonstigen Plans, insbesondere des Wasser-, Abfall- oder Immissionsschutzrechts, widerspricht,

3. schädliche Umwelteinwirkungen hervorrufen kann oder ihnen ausgesetzt wird,

4. unwirtschaftliche Aufwendungen für Straßen oder andere Verkehrseinrichtungen, für Anlagen der Versorgung oder Entsorgung, für die Sicherheit oder Gesundheit oder für sonstige Aufgaben erfordert,

5. Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, des Bodenschutzes, des Denkmalschutzes oder die natürliche Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert beeinträchtigt oder das Orts- und Landschaftsbild verunstaltet,

6. Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur beeinträchtigt, die Wasserwirtschaft oder den Hochwasserschutz gefährdet,

(5) Die nach den Absätzen 1 bis 4 zulässigen Vorhaben sind in einer flächensparenden, die Bodenversiegelung auf das notwendige Maß begrenzenden und den Außenbereich schonenden Weise auszuführen.

Landratsamt Oberallgäu: Entscheidungen und weiteres Vorgehen

Was bisher geschah ...

  Interner Link:

Schützt den Grünten!

(bis 30. April 2021)

Ausbau am Grünten

Projekt wird neu geplant: Wie geht es nun am Grünten weiter?

Wie geht es mit den Grünten-Liften weiter? Ein Investor beabsichtigt, die alten Anlagen durch moderne Bergbahnen zu ersetzen. Doch die konkreten Pläne liegen noch nicht vor, heißt es aus dem Oberallgäuer Landratsamt.

Um die Pläne der Investorenfamilie Hagenauer ist es zuletzt still geworden, es gibt kaum Information. Das sorgt für Unmut. Wie geht es am Grünten weiter?

Michael Mang

06.05.2021 | Stand: 06:35 Uhr

Wie geht es am Grünten weiter? Um die Pläne der Investorenfamilie Hagenauer für die Modernisierung der Liftanlagen am „Wächter des Allgäus“ ist es zuletzt still geworden. „Aktuell wird das Projekt neu überplant“ ist auf der Internet-Seite der Grüntenlifte zu lesen. Noch wurden die neuen Pläne nicht im Landratsamt eingereicht, das steht aber nach Informationen unserer Zeitung unmittelbar bevor. Ursprünglich geplant war, die alten Lifte durch moderne Seilbahnen zu ersetzen, die Grüntenhütte neu zu bauen und die Beschneiungsanlage zu modernisieren. Auf die umstrittene Waldseilbahn wird verzichtet.

 

Quelle (6. Mai 2021):

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/ausbau-am-gr%C3%BCnten-warten-auf-die-neuen-pl%C3%A4ne_arid-291100

Ein Jahr im Amt: Interview mit Landrätin Indra Baier-Müller 

08.05.2021

von Lena Fuhrmann

In diesen Bereich fällt auch das Bergbahn-Projekt am Grünten. Sie haben einen „runden Tisch“ mit Befürwortern und Gegnern angekündigt, der coronabedingt verschoben wurde. Gibt es schon einen neuen Termin und könnte das Treffen nicht auch online stattfinden?

Baier-Müller: „Die zweite Frage beantworte ich sehr gerne gleich: Nein, eine Online-Veranstaltung mit so einer brisanten Thematik würde ich nicht befürworten. Ich glaube, es macht nur Sinn, das persönlich zu regeln. Da sind zu viele Emotionen im Spiel. Zur Frage, wann der Termin nachgeholt wird, gibt es sicherlich in Kürze neue Informationen mit einem Termin, der dann bekanntgegeben werden wird. Genaueres kann ich dazu heute nicht sagen, aber wir sind dran.“

 

Quelle (8. Mai 2021):

https://www.kreisbote.de/lokales/sonthofen/interview-mit-indra-baier-mueller-bilanz-nach-einem-jahr-an-der-spitze-des-landratsamts-90495754.html

Umstrittene Pläne am Wächter des Allgäus

Investor beantragt Bergbahn-Projekt am Grünten

Die Pläne für das umstrittene Bergbahnprojekt am Grünten wurden jetzt beim Landratsamt Oberallgäu eingereicht.

Umfangreiche Baupläne für Bergbahnen und neue Grüntenhütte beim Landratsamt Oberallgäu eingereicht. Jetzt ist die Genehmigungsbehörde am Zug.

Michael Mang

10.05.2021 | Stand: 18:26 Uhr

Umfangreiche Unterlagen für die geplanten Baumaßnahmen am Grünten sind beim Landratsamt Oberallgäu als zuständiger Genehmigungsbehörde eingegangen. Dort werden Unterlagen werden jetzt in einem ersten Schritt auf Vollständigkeit geprüft, teilt die Kreisbehörde mit. Sobald diese Prüfung abgeschlossen ist, will das Landratsamt die Pläne im Amtsblatt veröffentlichen. Dann soll auch bekanntgegeben werden, wann und wo die Unterlagen eingesehen werden können. Die Unternehmerfamilie Hagenauer will wie berichtet die alten Lifte abbauen und durch neue Bergbahnen ersetzen. Zudem soll die Grüntenhütte abgerissen und an neu errichtet werden.

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Oberallgäuer Landrätin will weiter runden Tisch zum Grünten

Landrätin Indra Baier-Müller hält derweil an ihrer Idee eines runden Tisches fest. Die Kreischefin will den Dialog mit Befürwortern und Gegnern des Grüntenprojekts auch unbedingt bei einer Präsenzveranstaltung suchen - so bald das wieder möglich ist. "Bei so einem emotionalen Thema wäre eine Video-Konferenz nicht der richtige Rahmen", sagt Baier-Müller gegenüber unserer Zeitung. Das Ziel sei ein "Abgleich von Informationen". Dazu sei es aber als Diskussionsgrundlage wichtig, dass die Pläne auf dem Tisch liegen, sagt die Landrätin. "Wenn die Unterlagen eingegangen sind, werden wir alle Beteiligten informieren." Diese Voraussetzung wurde jetzt durch den Investor geschaffen, der am Montag laut Landratsamt die Projektunterlagen eingereicht hat.

 

Quelle (10. Mai 2021):

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/immenstadt/investor-beantragt-bergbahn-projekt-am-gr%C3%BCnten_arid-292369

Das bedeutet für mich:

Der ursprünglich zur Entwurfsplanung gedachte Runde Tisch (mit MediatorIn und Kompromiss) ist nunmehr einem Runden Tisch zu den Genehmigungsplanungen gewichen.

Ziel des immer noch ausstehenden Runden Tisches soll (nur noch) ein „Abgleich von Informationen“ sein.

Eine Beteiligung in Form einer Mitgestaltung durch Bürger und Verbände - im Vorfeld der Genehmigungsverfahren - ist nicht (mehr) zu erkennen.

 

Anmerkung:

Ein Runder Tisch wird oft als symbolische Sitzordnung eingesetzt, bei der keine Hierarchie sondern die Gleichberechtigung aller Teilnehmer herausgestellt wird. Er wird eingesetzt zur Klärung abweichender Interessen oder zur Bewältigung von Krisen um einen von allen Seiten anerkannten Kompromiss finden wollen.

Der Runde Tisch ist zudem eine Form der Bürgerbeteiligung in Dialog- und Beteiligungsforen, um Zusammenarbeit zwischen gesellschaftlichen Institutionen und Bürgerschaft zu fördern.

 

Quelle (20. Mai 2021):

https://de.wikipedia.org/wiki/Runder_Tisch

 

Hinweis:

Art. 1 Zweck des Gesetzes, Anwendungsbereich

(1) Zweck dieses Gesetzes ist es, den rechtlichen Rahmen für den freien Zugang zu Umweltinformationen bei informationspflichtigen Stellen sowie für die Verbreitung dieser Umweltinformationen zu schaffen.

 

Quelle (29. Mai 2021):

Bayerisches Umweltinformationsgesetz (BayUIG)

 

Neuigkeit zur Petition

Der Grünten braucht euch!

Liebe Petitionsunterstützer:innen,

die erneuerten Pläne des Investors sind jetzt konkreter, wie aus den Medien bekannt. (10er Gondel, neues Parkhaus, neuer Schneiteich...!) Es ist ein Schlag ins Gesicht für uns alle! Der Bund Naturschutz hat bereits reagiert und ein Spendentool eingerichtet.

https://www.betterplace.org/de/projects/95782-rettet-den-gruenten

Dieses Geld benötigt er für juristische und fachliche Auseinandersetzung, um den Ausverkauf des Grünten zu verhindern! Bitte unterstützt den Bund Naturschutz, denn nur gemeinsam können wir den Grünten retten!

Vielen Dank für euren Support!

Liebe Grüße vom Grünten,

Mara, Phil und Lucia

 

Quelle (24. Juni 2021):

https://www.change.org/p/landrat-anton-klotz-rettetdengr%C3%BCnten-der-w%C3%A4chter-des-allg%C3%A4us-ist-kein-rummelplatz/u/29252034

Nahverkehr

5-Euro-Tagesticket für das Oberallgäu: Beschluss im Dezember

Ein Tagesticket für fünf Euro, das im Oberallgäu für Bus und Bahn gilt? Der Kreistag entscheidet darüber im Dezember, wie während der Kreistagssitzung am Freitag bekannt wurde.

Erfolg für gemeinsamen Antrag von CSU und Grünen: Der Oberallgäuer Kreistag stimmt im Dezember über ein Tagesticket für fünf Euro ab.

Bastian Hörmann

23.07.2021 | Stand: 19:00 Uhr

 

Quelle (23. Juli 2021):

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/kempten/5-euro-tagesticket-f%C3%BCr-das-oberallg%C3%A4u-beschluss-im-dezember_arid-312739

 

Weitere Quelle (31. Juli 2021):

https://www.kreisbote.de/lokales/kempten/kempten-oberallgaeu-oepnv-oberallgaeuer-kreistag-will-im-dezember-ueber-euro-ticket-entscheiden-90890824.html

Die rechtliche Stellung der bayerischen Landräte

Die bayerischen Landräte sind kommunale Wahlbeamte und Amtsleiter des Landratsamtes, das als Kreis- und Staatsbehörde sowohl Staatsaufgaben als auch Kreisaufgaben wahrnimmt. Insofern übt ein Landrat zwei Funktionen aus. Er ist einerseits Leiter der Landkreisverwaltung und andererseits Leiter des Landratsamtes als untere staatliche Verwaltungsbehörde. Die meisten der anstehenden, einschlägigen Verwaltungsverfahren zum umstrittenen Bau-/Bergbahn-Projekt "Grünten - Natur.Genuss.Berg" (z.B. im Bau-, Brandschutz-, Gaststätten-, Naturschutz-, Seilbahn-, Umwelt- oder Wasserrecht) werden vom Landratsamt Oberallgäu (Sonthofen) als untere staatliche Verwaltungsbehörde geführt.

Mein Appell: Schützt den Grünten!

Als „Freund“ und Kenner des Grünten von Kindheit an sowie als Naturliebhaber und "Naturschützer" seit meiner Jugend beobachte ich die aktuelle Diskussion um das geplante Bauprojekt "Grünten BergWelt" (neuerdings: "Grünten - Natur.Genuss.Berg") sehr aufmerksam und genau.

Dies umso mehr, weil der gesamte Grünten (incl. der Grüntenalpe/-hütte und aller bestehenden Lifte auf der Nordseite) in einem Landschaftsschutzgebiet liegt.

Ich halte die Beachtung und Einhaltung sowie die unveränderte Beibehaltung der

Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Grünten, Großer Wald, Deutsche Alpenstraße und Wertachtal" vom 26. Juli 1972

für ganz besonders wichtig.

Weit mehr, als sich dies momentan bei der allgemeinen Diskussion um das geplante Bauprojekt "Grünten BergWelt" ("Grünten - Natur.Genuss.Berg") zeigt.

Denn schon vor dem 26. Juli 1972 gab es eine

Verordnung zum Schutz von Landschaftsteilen im Bereich des Grünten in den Gemeindefluren Burgberg, Rettenberg, Wertach und Sonthofen vom 10. März 1955 (Amtsblatt für den Landkreis Sonthofen Nr. 13 vom 2. April 1955).

Ich finde, dies unterstreicht - über Jahrzehnte hinweg - die ganz besondere Bedeutung des Grünten für die gesamte Region.

Im ganzen Allgäu steht wohl kein Berg so sehr im "Blick-Punkt" der Bevölkerung und damit der Öffentlichkeit wie der Grünten.

Ich bin der Meinung, dass der Schutz des Grünten - auch in Verbindung mit der in Bayern durchgeführten Alpenbiotopkartierung, dem FFH-Gebiet 8427-301 "Grünten" und der Zone A und C des Alpenplans - weit über die Belange der Gemeinde Rettenberg hinausgeht.

Die meisten der, mit dem geplanten Bauprojekt "Grünten BergWelt" ("Grünten - Natur.Genuss.Berg.") anstehenden Entscheidungen (z.B. im Bau-, Brandschutz-, Gaststätten-, Naturschutz-, Seilbahn-, Umwelt- oder Wasserrecht) werden vom Landratsamt Oberallgäu als untere staatliche Verwaltungsbehörde (u. a. auch als Untere Naturschutzbehörde) getroffen. Beim Vollzug von Staatsaufgaben wird der Oberallgäuer Landrat - seit 1. Mai 2020 die Oberallgäuer Landrätin - als Organ des Staates tätig und untersteht insofern staatlicher Weisung.

Bei alle dem halte ich es für möglich, dass die grundsätzliche Entscheidung über den Schutz des Grünten - ähnlich wie beim Riedberger Horn am 6. April 2018 - letztendlich in der Bayer. Staatskanzlei getroffen wird.

Mit Schreiben vom 7. Februar und 6. März 2020 sowie zuletzt vom 17. April 2020 habe ich den bayerischen Ministerpräsidenten, Herrn Dr. Markus Söder, dahingehend um seine Unterstützung gebeten.

Der Grünten als "Wächter des Allgäus" hätte das mehr wie verdient.

Möge bei allen anstehenden Entscheidungen der Mensch im Einklang mit der Natur an erster Stelle stehen.

Ich danke allen, die sich für den Schutz des Grünten einsetzen, sehr und von ganzem Herzen.

Verzicht

Im Landschaftsschutzgebiet „Grünten“ (mit seinen zahlreichen, kartierten Alpenbiotopen und einem FFH-Gebiet) und innerhalb des Alpenplans/Zone A bzw. C ist - meiner Meinung nach - auf folgende Aktionen, Eingriffe, Planungen bzw. Vorhaben zu verzichten:

  • Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Grünten, Großer Wald, Deutsche Alpenstraße und Wertachtal" vom 26. Juli 1972
  • Ausbau des Liftwegs (z. Zt. ca. 2,7 m breit) zu einer Zufahrtsstraße mit Gehweg und Grünstreifen (geschätzt ca. 8,0 m breit) zur neuen Talstation und zum neuen Parkhaus (Gesamtausbaulänge ca. 650 m)
  • Ausdehnung der beschneiten Pistenfläche (24 bzw. 25,1 Hektar statt bisher 11 Hektar)
  • Bebauung oder Flächenversiegelung im Bereich von bestehenden oder ehemaligen Gebirgsbächen
  • Eine von ca. 20 stark frequentierten Einrichtungen in einer bayer. Bergregion über 1.000 m ü. NN. (als Fördervoraussetzung nach dem staatlichen Sonderprogramm "Berghütten")
  • Erlaubnis oder Befreiung entsprechend der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Grünten, Großer Wald, Deutsche Alpenstraße und Wertachtal" vom 26. Juli 1972
  • Förderung von künstlichen Beschneiungsanlagen (z.B. Schneekanonen, Speicherteiche, Unterflussschächte) *
  • Kinderspielplatz mit Tiergehege
  • Kunstinstallationen (im Außenbereich)
  • Nachtbetrieb
  • Nachtskifahren und Nachtwandern
  • Nächtliches Pistenraupenfahren
  • Nächtliches Skitourengehen
  • Neuanlage eines Parkplatzes (für 135 Fahrzeuge)
  • Neuanlage eines befestigten Wirtschaftswegs (durchgängig, von der neuen Talstation zur neuen Bergstation)
  • Neubau
    • einer Bergstation (am bisherigen Standort - größer - dreigeschossig - Bau mit mehreren Flügeln - viel Holz - große Glasfronten - Dächer begrünt - Gastronomie - große Sonnenterrassen - Shops - Räume für die Bergwacht - Ausstellung zum Thema Natur)
    • einer "Grüntenalpe" (siehe hierzu Beschluss des Rettenberger Gemeinderats vom 15. März 2021, Tagesordnungspunkt 4)
    • einer Sechser-Sesselbahn („Grünten-6er“)
    • einer Talstation ("Vorderlieger-Bebauung", südwestlich der bisherigen Talstation - Zufahrtsstraße - dreigeschossig - Dächer begrünt)
    • einer Zehner-Gondelbahn (von der neuen Talstation über eine neue Mittelstation zur neu errichteten Bergstation bei der neuen Grüntenhütte - 48 Kabinen (für jeweils maximal zehn Personen) - Ganzjahresbetrieb)

    • eines Parkhauses ("Hinterlieger-Bebauung", südwestlich der neuen Talstation - Zufahrtstrasse - vier Etagen - Dächer begrünt - für 312 bzw. 315 Fahrzeuge ** - Widerspruch zum Öffentlichen Personennahverkehr!)
    • eines weiteren, künstlichen Schneiteichs (Fassungsvermögen: 44.000 Kubikmeter Wasser - der bestehende Schneiteich fasst 13.000 Kubikmeter)
  • Neue Bergbahntrasse (Zehner-Gondelbahn)
  • Neue Pistenführung
  • Neue Rodelbahn: von der Bergstation - ggf. beschneit - bis ins Tal
  • Neuerschließungen jeglicher Art
  • Rummelplatz (z.B. Skulptur "Holzpenis")
  • Seilbahn-/Skiliftförderung (Liftprojekt "Grünten": 6,7 Millionen EUR voraussichtliche Fördersumme - Stand: 19. Dezember 2019)
  • Silvesterfeuerwerk (Almen und Hütten sowie Gipfel)
  • Sommerbetrieb (Berg- bzw. Freizeiterlebnis, jetzt: Natur.Genuss.Berg)
  • Unterflussschächte für weitere Schneekanonen (Anpassung, Erweiterung und Modernisierung - für Ski- und Rodelbetrieb, bei milderen Wintern - 106 neue Beschneiungsschächte weiter oben am Berg) mit neuen Strom- und Wasserleitungen
  • Walderlebnisbahn (ursprünglich geplant: „Rollglider-Anlage“ - endgültiger Verzicht!)
  • Wasserentnahme aus dem Kranzegger Bach bzw. Schleifenbach zugunsten des zweiten, künstlichen Schneiteichs
  • Wasserentnahme aus der öffentlichen Wasserversorgung (Sonderprogramm "Berghütten")
  • Weitere Parkplätze (= Widerspruch zum Öffentlichen Personennahverkehr!)
  • Winter-Kinderland.